Vorgestellt: Die Canon EOS 7D Mark II

Foto: Canon Deutschland/Produktfoto

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Die Vorfreude auf die diesjährige Photokina in Köln dürfte mindestens so groß sein wie die Schlangen an den Kassen zum heutigen Messestart. Vom 16. bis zum 21. September pilgern Fotofans vom Anfänger bis zum Profi zur internationalen Fotomesse in die Domstadt. Neben den unzähligen technischen Neuigkeiten, welche die Aussteller präsentieren werden, gibt es auch etwas zu feiern: Das Jubiläumsjahr „175 Jahre Fotografie“.

Insgesamt sind diesmal mehr als 1.000 Aussteller vertreten. Auf die Besucher kommen einige turbolente Messetage mit zahlreichen Ausstellungen und viel Gedränge um die Produktneuheiten zu. Eines meiner persönlichen Highlights wird, wie schon im jahr 2012, der Messestand von Canon sein. Bereits bei der letzten Photokina hatte ich auf die Vorstellung der Canon EOS 7D Mark II als Nachfolger der betagten EOS 7D (Mark I, erschienen 2009) gehofft. Letztendlich präsentierte der japanische Kamerahersteller vor zwei Jahren ein Einstiegsmodell in den Vollformat-Bereich, die Canon EOS 6D. Nun hat Canon endlich den lang ersehnten Nachfolger des APS-C-Flaggschiffs vorgestellt. Die erste Frage die sich einem stellt: Hat sich das lange Warten gelohnt?

Foto: Canon Deutschland/Produktfoto

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Die Canon EOS 7D Mark II hinterlässt einen hochwertigen, robusten, von der 7D (Mark I) gewohnten, Eindruck. Das Magnesium-Gehäuse ist Vergleichbar mit dem der Vollformat-Kamera Canon EOS 5D Mark III und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Der Verschluss soll für 200.000 Auslösungen ausgelegt sein (bei der 7D Mark I und der 5D Mark III sind es lediglich 150.000 Auslösungen). Die Anordnung der Bedienelemente entspricht weitestgehend denen der 5D Mark III. Die Canon EOS 7D Mark II kommt mit einem 20,2 Megalpixel CMOS-Sensor (APS-C) in Kombination mit einem Dual DIGIC 6 Bildprozessor. Der Sensor verfügt über 40 Millionen Fotodioden und entspricht weitestgehend dem, der bereits in der Canon EOS 70D zum Einsatz kommt. Er soll jedoch gegenüber der EOS 70D verbessert worden sein. In puncto Reihenaufnahmen knüpft die EOS 7D Mark II an den Vorgänger an und ermöglicht nun bis zu 10 Bilder pro Sekunde. Dank des Dual DIGIC 6 Prozessors sind (mit entsprechenden Einstellungen und Speicherkarten) bis zu 1.090 Bilder im JPEG-Format, 31 Bilder im Rohdatenformat (RAW) und 19 RAW + JPEG Bilder als Serienbildfolge möglich. Im Silent-Modus schafft die Kamera rund 4 Bilder pro Sekunde. Zudem erlauben die neuen Bildverarbeitungsprozesse Echtzeitkorrekturen von Vignettierung, chromatischer Aberration und Verzeichnung. Der AI Servo AF III, welcher auf die aus der Canon EOS 1D X bekannte iTR-Technologie (Intelligent Tracking and Recognition) zurückgreift, kann auf die Informationen des neuen 150.000 Pixel Belichtungssensors zugreifen. Dieser ermöglicht eine eigene Farb- oder Gesichtserkennung. Er misst jedoch nicht nur RGB-Farben, sondern erfasst erstmals auch Infrarot-Informationen. Eine Flacker-Erkennung sorgt zudem dafür, dass die Kamera erst dann auslöst, wenn die beste Lichtsituation vorliegt. Das neue Autofokus-System der EOS 7D Mark II setzt neue Maßstäbe. Es arbeitet mit 65 Messfeldern – bei allen handelt es sich um Kreuzsensoren. Diese ermöglichen es, dass jedes Objekt unabhängig von seiner Position im Bildausschnitt scharfgestellt werden kann – ein Traum, nicht nur für Sport- und Tierfotografen. Der Dual Pixel CMOS AF (DPAF) sorgt zudem für einen ruhigen, kontinuierlichen Autofokus bei Videoaufnahmen und beim Fotografieren im Live-View-Modus. Zwei Speicherkarten-Steckplätze ermöglichen es dem Fotografen nun, auf CF- und SD-Karten zurückzugreifen. Diese können entweder im Verbund zur Erstellung von automatischen Backups der Aufnahmen genutzt werden oder als Speicherplatzerweiterung fungieren. Das integrierte GPS-Modul (mit Kompass), dass Fotos und Videos mit GPS-Standortdaten versieht, dürfte vor allem den Reisefotografen große Freude bereiten.

Foto: Canon Deutschland/Produktfoto

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Canon scheint die Stimmen der Community gehört zu haben und hat insbesondere das Rauschverhalten bei Low-Light-Situationen deutlich gegenüber dem Vorgänger verbessert. Die Lichtempfindlichkeit (ISO) kann von 100-16.000 in Drittelstufen oder ganzen Stufen eingestellt werden. Zudem kann der ISO-Wert auf H1: 25.600 und H2: 51.200 erweitert werden. Videoaufzeichnungen können ebenfalls von 100-16.000 eingestellt werden, die ISO-Erweiterung ist hier bis H: 25.600 möglich. Videos werden übrigens in Full-HD mit Bildraten von bis zu 60p aufgenommen. Mit 60 Vollbildern pro Sekunde sind erstmals auch komplett ruckelfreie Kameraschwenks möglich. Ein Blick durch den Sucher (Dachkantprisma) offenbart die bereits vom Vorgänger bekannte Größe mit einer Bildfeldabdeckung (vertikal/horizontal) von ca. 100%. Das verbaute LC-Display vom Typ Clear View II (TFT-Display) hat eine Diagonale von 3,0 Zoll (7,7 Zentimeter) und löst mit ca. 1.040.000 Pixeln auf. Wie schon die Canon EOS 7D Mark I kann auch das Nachfolgemodell externe Blitzgeräte über das Kameramenü steuern. Eine praktische Funktion, die mich schon beim Vorgängermodell überzeugt hat. Auch die elektronische Wasserwaage, welche sich auch im Sucher einblenden lässt, ist wieder ein Ausstattungsmerkmal. Neu ist hingegen die USB-3.0-Schnittstelle, das wählbare MP4-Dateiformat für Videoaufnahmen sowie die unkomprimierte Ausgabe der Daten über HDMI zur externen Aufzeichnung mittels Recorder. Nicht zu Vergessen ist auch der integrierte Intervall-Timer, mit dem sich Zeitrafferaufnahmen realisieren lassen. Eine HDR-Funktion ist ebenfalls vorhanden. Über eine eingebaute WiFi-Funktion verfügt die EOS 7D Mark II, im Gegensatz zu einigen anderen jüngeren Canon-Modellen, hingegen nicht. Diese Funktion lässt sich jedoch mittels spezieller Speicherkarten, den sogenannten Eye-Fi-Karten, nachrüsten. Auf der amerikanischen Internetseite des Onlinehändlers Amazon kann die Kamera bereits vorbestellt werden. Dort wurde als vorläufiger Erscheinungstermin der 28. November 2014 angegeben (Stand: 16.09.2014). Auf dem deutschen Markt dürfte die Kamera Ende Oktober/Anfang November schätzungsweise für Rund 1.700 Euro über die Ladentheke gehen. Als Zubehör wird auch der neue, optionale Batteriegriff BG-E16, erhältlich sein.

Das komplette technische Datenblatt der Canon EOS 7D Mark II gibt es auf der Homepage von Canon. Selbstverständlich möchte ich niemandem die dreiminütige Produktvorstellung von Scott Kelby und Matt Kloskowski von KelbyOne vorenthalten (YouTube).