Unterschätztes Zubehör: Der Fernauslöser

Canon RC-6 Infrarot-Fernauslöser

Foto: Canon Deutschland/Produktfoto

Beim Stichwort Fernauslöser denken die Meisten wohl an Selbstporträts oder ferngesteuerte Familienfotos. Sicherlich meistert ein Fernauslöser diese beiden Aufgaben problemlos, doch er ist auch noch für viele andere Einsatzbereiche ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug. Immer dann, wenn die Belichtungszeiten länger werden, greift man zum Stativ, um Verwackelungen und Unschärfen vorzubeugen. Die Kamera nur auf einen Stativkopf zu schrauben reicht jedoch bei Weitem nicht aus, um verwackelungsfreie Aufnahmen zu machen. Oftmals reicht schon alleine das Umklappen des Spiegels in einer Spiegelreflexkamera, um leichte Unschärfen zu verursachen. Man kann sich also denken, wie schnell man mit der bloßen Hand beim Betätigen des Auslösers Unschärfen bis hin zu groben Verwackelungen verursachen kann. Unschärfen durch das Umklappen des Spiegels kann man verhältnismäßig einfach vorbeugen, indem man in den Kameraeinstellungen die Spiegelvorauslösung anwählt. Etwas umständlicher lässt sich das Problem mit dem Auslöser lösen, wenn man eben keinen Fernauslöser zur Hand hat. Viele greifen hierzu auf den kamerainternen Zeitauslöser zurück. So muss man nur den Auslöser drücken, 10 Sekunden warten und schon löst die Kamera aus. So bleibt jede Menge Zeit, die Hände vom Kameragehäuse und Stativ zu nehmen. Für Aufnahmen, bei denen es auf den richtigen Moment ankommt, ist diese Methode nicht zu gebrauchen. Als Kameraenthusiast sind einem teure Objektive und hochpreisige Zubehörteile kein Fremdwort. Egal ob Ersatz-Akku, Filterglas oder Speicherkarte – man muss immer recht tief in die Tasche greifen. Einen einfachen Fernauslöser hingegen kriegt man schon für unter zwanzig Euro. Dabei sprechen wir von keinem No-Name-Produkt, sondern von einem Fernauslöser aus dem Hause Canon. Wie bei allen Zubehörteilen sind auch hier kaum Grenzen gesetzt. Gut und gerne hundert Euro und mehr kann man für einen Fernauslöser berappen, der über ein LCD-Display verfügt und auch sonst mit allen Schikanen ausgestattet ist. Wer keine Verwendung für intervallgesteuerte Zeitrafferaufnahmen hat, sondern einfach nur eine Fernbedienung mit Auslöser sucht, kann auf diese besten Gewissens verzichten. Die einfachen Fernauslöser sind kabelgebunden und mit Infrarot-Schnittstelle zu haben. Für welche Variante man sich entscheidet, muss jeder selbst wissen. Der große Vorteil des Infrarot-Fernauslösers dürfte sein, dass zum einen nicht die Anschlussklappe an der Seite der Kamera offen steht und zum anderen kein störendes Kabel umher baumelt. Etwas nachteilig dürfte sein, dass man manchmal, wie bei einem alten Fernsehgerät, etwas genauer zielen muss, damit das Infrarot-Signal die Kamera erreicht und selbige auslöst. Hat man den Dreh einmal raus, stellt dies meiner Erfahrung nach auch kein Problem mehr dar. Wer sich über die Batterien im kabellosen Fernauslöser Sorgen macht, sei an dieser Stelle beruhigt: Ich verwende meinen Fernauslöser seit vielen Jahren und habe die im Lieferumfang enthaltene Knopfbatterie noch nie wechseln müssen.