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Grafiktablett: Auf Wacom Intuos 5 folgt Intuos Pro

Wacom Intuos Pro (Modelle 2013)

Foto: Wacom/Screenshot

Wer sich für digitale Bildbearbeitung und Retusche interessiert, wird mit Sicherheit schon auf den Hersteller Wacom und seine Graftiktablett-Reihe Intuos gestoßen sein. Mit dem Modell Intuos 5 wurde ein Grafiktablett vorgestellt, welches sich (gegen Aufpreis) nicht nur mit dem Stift, sondern auch durch Fingerdruck beziehungsweise den Einsatz von Gesten steuern lässt. Zusätzlich konnte man sich durch ein entsprechendes Wireless-Kit von unnötigem Kabelgewirr auf dem Schreibtisch befreien und das Gerät per Funk im Akku-Betrieb einsetzen. Neben der Intuos-Reihe gab es zudem noch die Bamboo-Serie. Hierbei handelt es sich um die deutlich günstigere Produktlinie, welche primär auf die Bedürfnisse von Einsteigern ausgelegt ist und auch preislich deutlich attraktiver erscheint.

Bislang erschienen die verschiedenen Produktlinien der Grafiktabletts von Wacom wenig transparent. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich der Marktführer dazu entschlossen, seine Produktfamilie komplett neu aufzustellen. Die ursprüngliche Bamboo-Serie läuft nun unter dem Namen Intuos, die Profi-Linie unter dem Namen Intuos Pro. Mit dem neuen Intuos Pro Tablett ist Wacom dem Ruf seiner Kunden gefolgt. Während man zuvor das Wireless-Kit separat erstehen musste, gehört es ab sofort zum Lieferumfang. Davon ausgehend, dass sich die meisten Anwender in der Vergangenheit für das zusätzliche Kit entschieden haben, ist der Gesamtpreis für die gleiche Ausstattung nun sogar gefallen. Auch die Entscheidung, ob man die Variante mit oder ohne Touch-Funktion haben möchte, stellt sich für Käufer des neuen Intuos Pro nicht mehr. Die Profi-Linie ist standardmäßig mit der Touch-Funktion ausgestattet. Für den Kunden bedeutet dies: Man bekommt deutlich mehr für sein Geld. Abgesehen von dem erweiterten Lieferumfang hat sich jedoch gegenüber dem Intuos 5 nicht sonderlich viel geändert. Der Kunde hat die Wahl zwischen den Tablettgrößen Small, Medium und Large. Wer sich für die gängiste Größe Medium entscheidet, kann zudem die „Special Edition“ erwerben. Diese bietet zwar keinen erweiterten Leistungsumfang, kann jedoch mit einem edlen Metall-Farblook glänzen. Diese optische Aufwertung kommt nicht kostenlos, ist finanziell jedoch überschaubar. Einen technischen Mehrwert bietet sie jedoch nicht und dürfte sich wahrscheinlich auch auf den späteren Wiederverkaufswert nicht nenneswert auswirken.

Wer sich für das Wacom Intuos Pro entscheidet, kann im Prinzip gleich loslegen. Dem Lieferumfang liegt neben dem Tablett in der gewählten Größe der Intus Pro Grip Pen, das Wireless-Kit, ein Stifthalter mit zehn Ersatzspitzen (fünf Standardspitzen, eine flexible Spitze, eine Pinselspitze und drei Filzspitzen), das Werkzeug zum Entfernen der Stiftspitzen, verschiedene Farbidentifikationsringe, ein in der Länge gut bemessenes USB-Kabel, die Schnellstartanleitung, die Installations-CD (inklusive Tabletttreibersoftware für Windows und Mac, Online-Handbuch und Dokument „Wichtige Produktinformationen“) bei. Obwohl für den Start nicht zwingend erforderlich, empfiehlt sich der zeitnahe Kauf des Wacom Accessory Kits. Es enthält eine Vielzahl von Stiftspitzen, zwei alternative Gummi-Griffflächen für den Stift, das Werkzeug zum Entfernen der Stiftspitzen sowie einen Seitenschalter für den Stift. Während die einzelnen Stiftspitzen verhältnismäßig teuer sind, bekommt man in diesem Set recht viel für sein Geld. Abgesehen von den beliegenden Stiftspitzen bieten die alternativen Gummigriffe für den Stift eine willkommene Abwechslung. Der Gummigriff ohne Schalter an der Seite ermöglicht nicht nur ein komfortableres Halten des Stiftes, sondern lässt durch gleichmäßiges Rotieren des Stiftes die Stiftspitzen gleichmäßiger abnutzen. So werden scharfe Kanten an der Spitze weitestgehend vermieden und schonen so die Oberfläche des Tabletts und machen die Stiftspitze länger nutzbar. Der Umbau des Stiftes ist, ähnlich wie auch der Wechsel der Stiftspitze, eine Sache von einer halben Minute und lässt sich mit wenigen Handgriffen bewerkstelligen. Personen mit großen Händen dürften die alternativen Gummigriffe übrigens auch ein Plus an Bedienkomfort bieten. Die Handgröße sollte übrigens auch beim Kauf des Tabletts selbst berücksichtigt werden. Die Größe Small kann für große Hände schnell etwas fummelig werden. Medium hingegen ist, gerade für Leute mit großen Händen, ein guter Kompromiss aus Benutzerfreundlichkeit, Preis und der gebotenen Zeichenfläche.

Ist das Grafiktablett ausgepackt, geht die Installation relativ schnell von der Hand. Zunächst muss die beiliegende Software installiert werden, bevor man das Tablett per USB mit dem Computer verbindet. Der Installationsvorgang erweist sich als schnell und wenig kompliziert. Die einzige Frage, der man wirklich Beachtung schenken muss, ist die Frage nach der Betriebsart. Das Tablett unterscheidet zwischen Links- und Rechtshändern. Diese Option hat Auswirkungen auf die Ausrichtung des Tabletts und sollte deshalb im Eifer des Gefechts nicht einfach überlesen und weggeklickt werden. Wer die Frage dennoch übersehen hat und die Ausrichtung im Nachhinein ändern möchte, kann dies problemlos über die installierte Software regeln. Ist die Installation abgeschlossen kann das Tablett erstmalig angeschlossen werden. Bei mir wurde das Gerät sofort ohne Probleme erkannt und reagierte problemlos auf meine Eingaben. In meinen ersten Schritten mit dem Grafiktablett nutzte ich die Touch-Funktion als Ersatz für das Trackpad meines Laptops. Die Maus wurde präzise über den Monitor gesteuert und auch das Klicken durch Antippen wurde fehlerfrei erkannt. Eine wirkliche Alternative zur externen Maus an einem Laptop. Selbstverständlich lässt es sich auch bequem mit dem Stift über die Systemoberfläche navigieren. In Bildbearbeitungsprogrammen verliert er Stift jedoch im Bereich des Bildes seine navigierende Funktion und wird – was naheliegend ist – zu einem Stift. Die Kombination aus Navigieren mit Touch-Gesten und dem Zeichnen mit dem Stift wirkt sofort intuitiv. Meine ersten Tests, bei denen ich Fotos selektiv mit dem Stift nachschärfe und kleine Störobjekte aus dem Bild retuschiere gelingen auf Anhieb. Die auf diversen Internetportalen geschilderten Probleme mit der Touch-Funktion kann ich auch seit einigen Monaten regelmäßiger Benutzung des Tabletts in keinster Weise bestätigen. Das Tablett spricht immer sofort an und setzt Eingaben (mit Stift und Hand) in Echtzeit um.

Apropos Benutzerfreundlichkeit: Die ExpressKeys an der Seite des Tabletts erleichtern einem die Arbeit ungemein und sparen eine menge Zeit. Der größte Vorteil dürfte wohl sein, dass man die Hand beziehungsweise die Hände gar nicht mehr vom Tablett nehmen muss. Die vorgegebenen Shortcuts und Zusatzfunktionen sind bereits sehr gut gewählt, können jedoch problemlos anwenderspezifisch angepasst werden. Egal ob rotieren, verschieben, scrollen, zoomen oder blättern – mit den ExpressKeys und dem Scrollring lässt sich jede Funktion schnell und präzise ausführen. Besonders erfreulich ist auch, dass sich das Tablett durch seine ergonomische Form gleichermaßen für Links- und Rechtshänder eignet. Als Linkshänder bin ich es aus dem Alltag gewöhnt, dass viele Dinge nur mit Einschränkungen zu genießen sind. Auch die Größe und Form des Tabletts macht für meine Begriffe einen sehr guten Eindruck. Ich habe mich für das Medium-Modell entschieden, was sich als guter Kompromiss zwischen Größe und Handlichkeit erwiesen hat. Die Zeichenfläche ist auch bei großen Monitoren gut bemessen und die solide Baugröße garantiert ein ergonomisches Arbeiten – auch über längere Zeiträume. Die gummierte Umrandung (ich habe mich nicht für die „Special Edition“ entschieden) fühlt sich sehr angenehm an und zeigt sich gegenüber Fingerabdrücken unsensibel. Einziger Wehmutstropfen dürfte hier die Tatsache sein, dass sich die Oberfläche als ziemlicher Staubmagnet erweist. Um die empfindliche Oberfläche des Tabletts vor äußeren Einflüssen zu Schützen, habe ich mir zudem ein Softcase gegönnt. Mit dieser innen weich gepolsterten Hülle lässt sich das Tablett nicht nur sicher transportieren, sondern ist auch der perfekte Ort zur Aufbewahrung, wenn das Tablett gerade mal nicht genutzt wird.