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Wasserzeichen als Schutz vor „Bilderklau“ im Netz

Manuel Murgas Fotografie (Wasserzeichen)

Illustration: Manuel Murgas

Mit Wasserzeichen werden im Allgemeinen all die Dinge geschützt, die vor unerlaubter Vervielfältigung geschützt werden sollen. Ein einfaches Prinzip, welches sich auch im Bereich der digitalen Fotografie und der Präsentation der Bilder von Fotografen im Internet durchgesetzt hat. Viele Fotografen zeigen ihre Bilder im Internet ausschließlich mit einem Wasserzeichen, um ihre Werke vor dem sogenannten „Bilderklau“ im Netz zu schützen. Ich persönlich versehe meine Bilder ebenfalls mit meinem Wasserzeichen, um sie entsprechend zu schützen. Doch geht dieser Plan auf? Schützen Wasserzeichen wirklich vor „Bilderklau“?

Ein Wasserzeichen kann sicher den einfachen Besucher im Internet, der ein Bild für ein Profil auf einer sozialen Plattform sucht, davon abhalten, es unerlaubt zu verwenden. Es wird ihm wahrscheinlich zu viel Arbeit sein, mit Retuscheprogrammen wie Adobe Photoshop sich an das Bild zu setzen, um das Wasserzeichen zu entfernen oder gar wegzuschneiden. Für jemanden, der aktiv auf die Jagd nach Bildern im Netz geht, um sich diese unerlaubt anzueignen und sie in irgendeiner Form weiter zu publizieren, wird dies keine unüberwindbare Hürde sein. Es ist schlicht und ergreifend zu einfach, störende Objekte aus einem Bild zu entfernen, als dass man dies nicht auch bei einem Wasserzeichen tun würde.

Deutlich erschweren kann man dies natürlich, indem man das Wasserzeichen über das Hauptmotiv des Bildes legt, zum Beispiel über das Gesicht einer portraitierten Person. Das macht es deutlich schwerer, das Wasserzeichen rückstandslos zu entfernen, macht jedoch gleichzeitig das Bild ziemlich unansehnlich für alle interessierten Besucher, die lediglich den Anblick des Bildes genießen möchten. Um den reinen Betrachter möglichst wenig einzuschränken, werden die meisten Wasserzeichen abseits des Hauptmotivs platziert. Oftmals scheinen die äußeren Ränder eines Bildes geradezu prädestiniert dazu, um dort ein Logo zu platzieren. Manche Fotografen verzichten aus diesem Grund ganz auf mögliche Wasserzeichen, sondern hinterlegen ihre Copyright-Informationen lediglich in den EXIF-Daten der Bilddatei. Diese sind leicht auszulesen, jedoch auch leicht zu editieren oder gar zu löschen. Sollte dann das Bild an anderer Stelle im Internet entdeckt werden, hilft eigentlich nur noch der Rechtsanwalt. Eine wirksame Lösung, die wahrscheinlich nur absoluten Berufsfotografen vorbehalten ist. Welcher Hobbyfotograf würde als Privatperson den hohen Zeitaufwand in Kauf nehmen, um lediglich die Urheberrechte am Bild aus dem letzten Urlaub zu verteidigen?

Das Wasserzeichen ist und bleibt eine gute Möglichkeit, um Bilder im Internet vor unerlaubter Vervielfältigung zu schützen. Oder besser gesagt: Um die eigentliche Herkunft des Bildes kenntlich zu machen. Mir ermöglichte der Einsatz meines Wasserzeichens in Kombination mit der Auswertung des Logbuchs meines Servers die Unterbindung von unerlaubten Kopien meiner Bilder auf sozialen Netzwerken für Jugendliche. Dort wurden einige meiner Bilder genutzt, um das eigene Profil zu dekorieren, ohne dabei die Herkunft der Bilder anzugeben. Letztendlich wird jedoch jeder selbst entscheiden müssen, ob er ein Wasserzeichen einsetzen möchte oder nicht. Bei Fotowettbewerben ist der Einsatz von Wasserzeichen hingegen sowieso tabu, da es der Jury zum Zeitpunkt der Bewertung eines Bildes im Idealfall sowieso keine Rückschlüsse auf den Fotografen möglich sein sollten.