Schwarz-Weiß-Fotografie: Was früher normal war gilt heute als Effekt


Mann auf einer Parkbank im Sommer 2012
Foto: Manuel Murgas

Bevor es die Farbfotografie gab, hatte die Schwarz-Weiß-Fotografie keinen gesonderten Namen. Mangels Alternativen sprach man hierbei gemeingültig von Fotografie. Zu dieser Zeit bestand nicht die Möglichkeit, Objekte in ihren realen Farbnuancen darzustellen. Heutzutage sind auch die Möglichkeiten der Farbfotografie längst durch die digitalen Bildaufzeichnungsverfahren überholt worden. Mittlerweile sind insbesondere viele Hobbyfotografen und Privatleute komplett in den Bereich der digitalen Fotografie übergewandert.

Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Smartphones hat maßgeblich dazu beigetragen, die analoge Fotografie zu einer Randerscheinung zu machen. Im gleichen Atemzug hat sie aber auch dafür gesorgt, dass viele längst verloren geglaubte Fototechniken in Form von digitalen Retro-Bearbeitungen wieder im Trend liegen. Diverse Smartphone-Apps verfügen über Funktionen, um Fotos künstlich zu verfremden. Schwarz-Weiß-Fotografie ist plötzlich kein Relikt aus vergangenen Zeiten mehr, sondern erfreut sich wieder zunehmender Begeisterung. Nicht zuletzt die digitale Bildbearbeitung auf Computern ermöglicht es Fotografen, auch im Nachhinein ihre Bilder noch in den typischen Schwarz-Weiß-Look umzuwandeln. Auch Fotolabore haben diesen Trend erkannt und bieten hochwertige Prints auf Barytpapier an. Das Barytpapier wurde im Jahre 1866 entwickelt und ist ein absoluter Klassiker unter den Fotopapieren. Besonders oft trifft man dies in Galerien und Museen an. Es zeichnet sich besonders durch ein leuchtendes Weiß, satte Schwarztöne sowie sehr feine Tonwerte und scharfe Konturen aus. Der klassische Entwicklungsprozess für Barytpapier ist sehr aufwändig. Heutzutage wird das traditionelle Fotopapier mit modernster digitaler Technik kombiniert. So entstehen überragende Bildergebnisse, die mittels moderner Laserbelichtung an Beständigkeit und Archivfestigkeit kaum zu übertreffen sind.

Gerade bei sehr kontraststarken Bildern mit viel Licht kann eine Umwandlung in Schwarz-Weiß besonders tolle Ergebnisse liefern. Man beschränkt sich hierbei im Wesentlichen auf das Spiel mit Schatten und Licht. Mit einer schönen Lichtführung kann man so auf eine ganz unterschwellige Art und Weise das Auge des Betrachters durch das Bild lenken. Bei dem in diesem Artikel zu sehenden Bild war ich an einem warmen Sommernachmittag in den einem Park in der Mainmetropole Frankfurt unterwegs. Die Sonne schien gnadenlos vom Himmel, die Luft war trocken und es war ziemlich heiß. Dann erspähte ich diesen Mann, der sich auf einer Parkbank eine kurze Auszeit gönnte. Zunächst wollte ich das Motiv in Farbe aufnehmen, entschied mich dann jedoch um und nahm es im kamerainternen Schwarz-Weiß-Modus auf. Am Computer habe ich dann nur noch kleinere Korrekturen vorgenommen.