Motive mit knackiger Schärfe

Tutorial Motive mit knackiger Schärfe

Foto: Manuel Murgas

Schwierigkeitsgrad: leicht
Vorbereitungszeit: ca. 1 Minute
Kamerazubehör:
Worum geht es?
In diesem Tutorial möchte ich Ihnen erklären, wie Sie Motive mit einer knackigen Schärfe ablichten können. Hier werde ich insbesondere auf die Schärfentiefe eingehen. Diese ist vor allem bei der Makrofotografie und bei der sog. Stockfotografie (Fotografieren für Bildagenturen) von großer Bedeutung.

 

Schritt 1:

Die Blende ist eine ringförmige Konstruktion im Objektiv, welche die Öffnung, durch die das Licht auf den Film bzw. Chip fällt, verkleinern und vergrößern kann. Je größer die Blendenöffnung, desto kleiner ist die Blendenzahl – und umgekehrt. Wird die Blende verkleinert, spricht man vom sog. Abblenden. Bei jeder Blendenstufe erfolgt eine Halbierung der Lichtmenge, welche durch die Öffnung fällt.

Tutorial Motive mit knackiger Schärfe

Foto: Manuel Murgas

Überlegen Sie, bevor Sie Ihre Aufnahme machen, wie Sie mit der Schärfentiefe spielen möchten. In Abhängigkeit vom Motiv kann es von Vorteil sein, eine möglichst durchgängige Schärfe zu haben oder eben auch nur selektiv die Schärfe auf einen bestimmten Punkt im Bild zu legen.


Schritt 2:

Die Blende und die Belichtungszeit steuern zusammen die Gesamtlichtmenge, welche auf den Film bzw. Chip fällt. Je länger die Belichtungszeit ist, umso höher ist das Risiko, die Aufnahme zu Verwackeln. Dies kann von leichten Unschärfen bis hin zur völligen Unschärfe führen. Im Idealfall sollten Sie Werte von 1/100 Sekunde nicht unterschreiten. Spätestens bei einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunde besteht eine Akute Verwacklungsgefahr. In diesem Fall sollten Sie lieber die Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert) erhöhen oder den Blendenwert anpassen. Eine Verdopplung der ISO-Zahl entspricht immer einer Blendenstufe. Dies geht zwangsläufig mit einer Verschlechterung der Bildqualität einher (Zunahme von Bildrauschen).

Je nach Objektivart kann es sinnvoll sein, kürzere Belichtungszeiten zu wählen. Ein typisches Beispiel ist das Teleobjektiv, bei dem sich der Verwacklungseffekt aufgrund seiner längeren Brennweite stärker auswirkt. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt hierbei auch das deutliche Mehrgewicht, welches vom Fotografen ruhig gehalten werden muss.

 

Schritt 3:

Im folgenden Beispiel zeige ich Ihnen Blendenzahlen und Belichtungszeiten, welche im Hinblick auf die Lichtmenge, die auf den Film bzw. Chip fällt, gleichwertig sind (korrekte Belichtung):

  • Blende 16 – 1/15 Sek.
  • Blende 11 – 1/30 Sek.
  • Blende 8 – 1/60 Sek.
  • Blende 5,6 – 1/125 Sek.
  • Blende 4 – 1/250 Sek.
  • Blende 2,8 – 1/500 Sek.


Bei Blende 16 haben wir die größte Schärfentiefe, bei dieser Belichtungszeit (in diesem Beispiel) aber auch die größte Verwacklungsgefahr. Bei der Blende 2,8 ist die Schärfentiefe am Geringsten, dies gilt ebenso für die Verwacklungsgefahr.

Tutorial Motive mit knackiger Schärfe

Foto: Manuel Murgas

Bei Blende 16 ist die Tiefenschärfe am größten, aber auch die Verwacklungsgefahr. Bei Blende 2,8 ist die Tiefenschärfe am geringsten, ebenso die Verwacklungsgefahr.

Alle Objektive erreichen ihre beste Abbildungsqualität im mittleren Blendenbereich bei ca. 5,6 bis 11. Kleinere Blenden von 16 und mehr vergrößern zwar die Schärfentiefe, gleichzeitig verschlechtert sich die Abbildungsleistung in den Bildpartien, welche scharf gestellt wurden.

Ist bei Ihrem Motiv eine besonders hohe Schärfe gefragt, sollten Sie eine Blende aus dem mittleren Blendenbereich wählen.


Ergebnis:

Ein mögliches Ergebnis könnte so ausschauen (stark verkleinert):

Tutorial Motive mit knackiger Schärfe

Foto: Manuel Murgas

Viel Spaß beim Nachbasteln!