Warum wir besser nicht am Display aussortieren

Fotograf sucht Bilder aus

Foto: Michal Jarmoluk/pixabay

Was würden Sie sagen, ist der größte Vorteil der digitalen Fotografie? Natürlich die Möglichkeit, soviele Bilder “kostenlos” zu schießen wie man will und sie im Nachhinein (vor dem Entwickeln) auszusortieren. Das ist in der Tat ein großer Vorteil, vor allem für Hobbyfotografen, welche nach einer Fototour nicht gleich fünf Filme zum Entwickeln abgeben wollen.

Generell ist es durchaus sinnvoll, gerade in Anbetracht der stetig fallenden Speicherpreise, ein Motiv mehrmals abzulichten. Vor allem, wenn es sich um Motive handelt, welche nur schwer oder unter hohen Kosten reproduzierbar sind. Wenn Sie zum Beispiel in New York ein Foto durch die Hochhäuserschluchten machen, drücken Sie lieber zwei mal mehr ab. Ich mache in der Regel von “wichtigen Motiven” drei Fotos. Das kann zwar beim Durchblättern auf der Kamera und auch am Computer etwas nervig sein, hat mir aber schon so manches Motiv gerettet. Kleine Unschärfen, Verwackler etc. bemerkt man im Eifer des Gefechts oftmals nicht. Vor allem lassen sich derartige Probleme selbst auf relativ großen Kameradisplays im Grunde nicht erkennen.

Erst am heimischen Computer ärgert man sich dann oftmals, wenn man das Bild in voller Größe betrachtet. Genau in diesem Moment schätzt man sich glücklich, wenn man vom selben Motiv noch eine weitere Aufnahme hat. Die Kehrseite der Medaille ist der Speicherplatz, welcher nicht nur auf der Kamera, sondern auch später auf dem Computer benötigt wird, um die Fotos “artgerecht” zu lagern. Ich gehe meist wie folgt vor. Zunächst übertrage ich die Fotos von meiner Kamera auf meinen Computer. Dort klicke ich mich zunächst durch die Bilder und sortiere direkt “Schrott” (unbrauchbare Aufnahmen) aus. Danach werden die Bilder sinnvoll benannt und im Fotoarchiv abgelegt. Jetzt suche ich mir die Aufnahmen zum Entwickeln und Publizieren aus.

Gerade beim Sichern Ihrer Fotos sollten Sie ein paar wichtige Dinge beachten. Geben Sie unbedingt die paar Euro (im Vergleich zu den Kosten für Ihr Equipment) für eine gute externe Festplatte aus und machen Sie regelmäßige Backups Ihrer Bildersammlung. Und zwar nicht erst dann, wenn der Computer beim Starten seltsame Geräusche von sich gibt, kryptische Symbole auf Ihrem Bildschirm erscheinen oder Ihr Antiviren-Programm Alarmstufe rot meldet. Das Rekonstruieren von Datenbeständen ist für Privatleute ein unbezahlbares Unterfangen und das Fotoarchiv ist unser größter Schatz.

Comments

  • genau so.

    erstens – fotos nie auf dem kameradisplay “bewerten”. es schmeichelt zu sehr…
    zweitens – mindestens ein backup seiner fotosammlung machen. besser noch zwei! was kostet schon eine 500 GB externe 3,5″ festplatte?

    jens10. März 2010
  • Heutzutage wird man mit entsprechenden Angeboten überhäuft.

    Externe Festplatten mit 1 TB (1000 GB) oder 1,5 TB (1500 GB) sind schon ab 80 Euro erhältlich.

    Wer nicht dauernd daran denken möchte, die Backups zu erledigen, sollte sich einfach eine Backup-Software zulegen. Derartige Software gibt es sogar in Form von Freeware.

    Manuel10. März 2010