„Camera matters?“


Silhouette einer digitalen Spiegelreflexkamera
Illustration: Manuel Murgas

Wir Menschen neigen dazu, Dinge oftmals sehr oberflächlich zu betrachten und einzuschätzen. Wir versuchen immer, Dinge miteinander zu vergleichen und abzuwägen. Wer also eine teure Armbanduhr am trägt, hat Kohle, obwenn es vielleicht nur ein Plagiat ist. Ähnlich ist das beim Betrachten und Bewerten von Fotos auch. Eine tolle Kamera und ein super Objektiv sagen uns: Das Bild kann nur klasse sein. Dabei dachten wir doch immer, der Mensch hinter der Kamera und nicht die Kamera selbst macht die Bilder?

In zahlreichen Fotoforen kann man derartige Bewertungsformen beobachten. Leute die sich mit dem verwendeten Equipment brüsten, kriegen oftsmals die wohlwollenderen Bewertungen. So kommt es nicht gerade selten vor, dass absolut gleichwertige Bilder basierend auf dem verwendeten Equipment ganz unterschiedlich bewertet werden. Da können wir als Fotofans nur mit dem Kopf schütteln.

Noch heiterer wird es, wenn auf manchen Plattformen getrommelt wird: Gute Fotos kann man nur mit einer Spiegelreflex machen. Dabei ist für einen wahren Meister dieser Kunst die Kamera nur das Mittel zum Zweck, mehr auch nicht. Dennoch haben derartige Aussagen gewicht, und so rennen alle in den nächsten Elektronikfachhandel und kaufen sich die nächst beste Spiegelreflex. Und dann? Man möchte sich gar nicht ausführlich mit der Bedienung der Kamera beschäftigen und tut das, was die Meisten tun: Automatikmodus.